Lieferschwellen – Was ist das genau? Und wie kann easybill mir helfen?

Was genau sind Lieferschwellen eigentlich?

Bei der Versandhandelsregelung (§3c UStG) handelt es sich um ein umsatzsteuerrechtliches Prinzip innerhalb der EU, das dem Bestimmungslandprinzip einen Vorrang vor dem Herkunftslandprinzip einräumt.

Vereinfacht gesagt, bedeutet dies, dass wenn Warenlieferungen an Privatpersonen im EU-Ausland einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, nicht mehr die Umsatzsteuer berechnet werden darf, die im Land des Händlers gilt, sondern die des Ziellandes berechnet und diese auch dort abgeführt werden muss.
Diese Regelung betrifft, wie bereits erwähnt nur Privatpersonen, bzw. alle Lieferungen ins EU-Ausland, die nicht als innergemeinschaftliche Lieferung behandelt werden und somit hierdurch von der USt befreit sind.

Ein Beispiel:
Ein Händler aus Deutschland sendet im laufenden Kalenderjahr Waren im Wert von mehr als 35.000 EUR (Netto-Warenwert) an Privatpersonen in Österreich.
Da die Lieferschwelle für Österreich bei 35.000 EUR liegt, muss er nun ab dem Moment der Überschreitung den Umsatz mit dem österreichischen Steuersatz (z.B. also mit 20% anstelle von 19%) versteuern. Diese Umsatzsteuer muss nun auch nicht mehr in Deutschland, sondern in Österreich abgeführt werden. Hierzu ist es u.a. zwingend notwendig über eine österreichische Umsatzsteuer-Identfikationsnummer zu verfügen.

Wurde die Lieferschwelle für ein Land im laufenden Kalenderjahr überschritten, muss übrigens auch im Folgejahr – unabhängig vom tatsächlichen Umsatz – die Steuer in diesem Land abgeführt werden.
Alternativ ist es auch möglich, sich gemäß §3c Abs. 4 UStG freiwillig der Besteuerung des Ziellandes zu unterwerfen. Trifft man eine solche Entscheidung ist diese für zwei Jahre bindend.

Welche Lieferschwellen gelten für die einzelnen EU-Staaten?

In jedem Staat gilt eine eigene Lieferschwelle. Nachfolgend finden Sie ein Auflistung der aktuell gültigen Schwellen (Stand September 2014):

Staat
Lieferschwelle in Landeswährung
ca. in EUR
Belgien35.000 EUR
Bulgarien70.000 BGN35.791 EUR
Dänemark280.000 DKK37.551 EUR
Deutschland100.000 EUR
Estland35.151 EUR
Finnland35.000 EUR
Frankreich100.000 EUR
Griechenland35.000 EUR
Irland35.000 EUR
Italien35.000 EUR
Kroatien270.000 HRK36.060 EUR
Lettland24.000 LVL34.052 EUR
Litauen125.000 LTL36.203 EUR
Luxemburg100.000 EUR
Malta35.000 EUR
Niederlande100.000 EUR
Österreich35.000 EUR
Polen160.000 PLN40.923 EUR
Portugal35.000 EUR
Rumänien118.000 RON28.012 EUR
Schweden320.000 SEK36.232 EUR
Slowakei35.000 EUR
Slowenien35.000 EUR
Spanien35.000 EUR
Tschechien1.140.000 CZK46.570 EUR
Ungarn8.800.000 HUF32.257 EUR
Vereinigtes Königreich70.000 GBP81.843 EUR
Zypern35.000 EUR

Was ist bei Überschreiten der Lieferschwellen zu beachten?

Da Sie ab dem Umsatz, mit dem die Lieferschwelle überschritten wurde, direkt im Zielland umsatzsteuerpflichtig werden, sollten Sie Ihre Umsätze in den einzelnen Ländern stets im Blick halten, um ggf. bereits vorab die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Landes beantragen zu können.

Wenn die Schwelle überschritten wurde, muss zum einen nicht mehr der inländische Steuersatz berechnet werden, sondern der des Ziellandes, ebenso muss sich die USt-ID des Ziellandes auch auf Ihrer Rechnung befinden.

Auch sollten Sie sich mit Ihrem Steuerberater besprechen, inwiefern Sie selbst oder Ihr Steuerberater, die Steuererklärung für das Zielland erstellen können.
In einigen Ländern ist das nicht möglich. Hier muss die Abgabe der Erklärung durch einen sogenannten Fiskalvertreter erfolgen, dies kann beispielsweise ein Steuerberater aus dem Zielland sein.

Wie kann mir easybill bei diesem Prozess helfen?

Wenn Sie als Versandhändler Ihren Online-Shop oder die Marktplätze auf denen Sie handeln über das easybill Import-Tool angebunden haben, können Sie über ein nützliches Feature den Steuersatz an das Zielland einer Sendung anpassen.

Hierzu nutzen Sie im Import-Tool den Menüpunkt “Tools” > “Lieferschwellen”.

Tools > Lieferschwellen

Hier können Sie nun das Land auswählen, für das Sie die Lieferschwelle überschritten haben und auch den nun zu nutzenden Steuersatz. Die Regelsätze der einzelnen Länder sind in easybill hinterlegt und werden Ihnen als “empfohlen” dargestellt. Bitte prüfen Sie jedoch genau, welcher Steuersatz für Ihre Produkte zum Tragen kommt.

Länderauswahl LieferschwelleLieferschwelle ÖsterreichUm die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ziellandes auf die Rechnung aufzudrucken, müssen Sie diese nicht aufwendig erfassen und auf jedem Dokument ausweisen, sondern Sie können in den Rechnungstexten Ihrer Shops und Marktplätze eine Abfrage hinterlegen, so dass nur bei bestimmten Rechnungen auf die ausländische USt-ID hingewiesen wird.

Rechnungstexte

Ein Beispiel:
Sie haben die Lieferschwelle für Frankreich und Österreich überschritten und wollen nun bei Rechnungen für Kunden, deren Lieferadresse in einem der beiden Länder liegt, auf die Berechnung der ausländischen USt und Ihrer USt-ID hinweisen. Hierzu könnten Sie folgende Abfrage in Ihre Rechnungstexte einfügen:

{% case customer.shipping_country %}
{% when ‘FR’ %}
In this invoice, we operate under our French VAT identification number FRXX XXXXXXXXX. According to art. 33 and 34 of the EU-directive 2006/112/EG, the invoice includes French VAT.
{% when ‘AT’ %}
Im Rahmen dieser Rechnungsstellung treten wir Ihnen gegenüber unter unserer österreichischen Steuernummer ATUXXXXXXXX auf und weisen gemäß Art. 33 und 34 der EU-Richtlinie 2006/112/EG österreichische Umsatzsteuer aus.
{% endcase %}

Das Import-Tool fragt hier also ab ob das Lieferland Frankreich (FR) oder Österreich (AT) ist und würde, falls eines der beiden zutreffen sollte, den entsprechenden Text auf die Rechnung aufdrucken.

Für Fragen zur technischen Umsetzung steht Ihnen unser Support-Team gerne zur Verfügung.

Wichtiger Hinweis:
Da es sich bei dieser Thematik um ein sehr komplexes Themenfeld handelt, empfehlen wir Ihnen Kontakt mit Ihrem Steuerberater aufzunehmen, falls Sie eine Lieferschwelle überschritten haben oder die Vermutung haben das dies bereits der Fall ist, bzw. in Zukunft der Fall sein könnte.

easybill ist fit für den eBay-Rechnungskauf

In Kürze werden eBay-Händler die Möglichkeit haben ihren Kunden als zusätzliche Zahlart den Kauf auf Rechnung anzubieten.

Was bedeutet das für mich als Händler?

Als Händler können Sie diese Möglichkeit allen Kunden anbieten, die bei eBay mit einer Anschrift in Deutschland registriert sind und auch eine deutsche Liefer- und Rechnungsanschrift gewählt haben. Außerdem muss es sich um den Kauf von Waren handeln, bei denen der Rechnungsbetrag nicht unter 1,50 EUR und nicht über 1.500,- EUR liegen darf. Hierbei ist es nicht relevant ob es sich um einen Sofort-Kauf oder um eine Auktion gehandelt hat.
Bei sog. “digitalen Gütern” wird der Rechnungskauf jedoch aufgrund der fehlenden Rücksendemöglichkeit ausgeschlossen.

Sie selbst müssen eBay mit einem gewerblichen Account nutzen und eine Umsatzsteuer-ID bei eBay hinterlegt haben. Da die Zahlung des Kunden in diesem Fall nicht an Sie als Händler, sondern an PayPal erfolgt, ist es ebenso notwendig über ein PayPal-Geschäftskonto zu verfügen.
Der Käufer benötigt hierzu keinen PayPal-Account, da die Zahlung per Überweisung an ein von PayPal vorgegebenes Konto erfolgt, welches sich jedoch von Kauf zu Kauf unterscheidet. Es muss lediglich eine von PayPal durchgeführte Risikoprüfung positiv ausfallen. Bei dieser Prüfung kann es zur Einholung von Bonitätsauskünften kommen. Wird der Käufer für den Rechnungskauf von PayPal abgelehnt, hat er die Möglichkeit eine andere Zahlungsart auszuwählen.

PayPal trägt übrigens das gesamte kreditorische Risiko und übernimmt ebenfalls das Mahnwesen. Sollte es also zu einem Zahlungsausfall kommen, den der Käufer zu verschulden hat, behalten Sie als Händler Ihr Geld.

Was muss hierzu bei der Rechnungsstellung beachtet werden?
Ist easybill in der Lage den Rechnungskauf korrekt abzubilden?

Es ist Aufgabe des Verkäufers, dem Käufer die Zahlungsdetails auf der Rechnung mitzuteilen. Hierzu zählt neben den Kontodaten von PayPal und dem Zahlungsziel, auch ein Abtretungstext, der wie folgt lauten muss:

“[Verkäufername] hat die Forderung gegen Sie im Rahmen eines laufenden Factoringvertrages an die PayPal (Europe) S.à.r.l. et Cie, S.C.A. abgetreten. Zahlungen mit schuldbefreiender Wirkung können nur an die PayPal (Europe) S.à.r.l. et Cie, S.C.A. geleistet werden.”

In easybill sind bereits sämtliche notwendigen Anpassungen bei der Verarbeitung der über die eBay-Schnittstelle übermittelten Daten vorgenommen worden. Dadurch besteht für Sie als Händler kaum noch Aufwand, um Ihren easybill-Account für den Kauf auf Rechnung einzurichten.

Sie müssen lediglich im easybill Import-Tool eine kleine Anpassung an Ihrem Rechnungstext vornehmen, da wir einen Platzhalter mit der Bezeichnung {{ebay_pui_text}} geschaffen haben, der den von eBay und PayPal vorgegebenen Text automatisch ausformuliert und durch die übermittelten Daten ersetzt.

Der Standardtext, der in jedem Account hinterlegt ist, würden nach der Umstellung folgendermaßen aussehen:

Rechnungstext Kauf auf Rechnung eBay

Wenn Sie einen individuellen Text nutzen, hilft Ihnen unser Support-Team gerne dabei, die entsprechende Anpassung vorzunehmen.

Um Direktzahlungen oder Verwirrung auf Seiten der Käufer zu vermeiden, empfiehlt eBay den Händlern, auf den Rechnungsformularen im Falle eines Kaufs auf Rechnung, die eigene Bankverbindung auszublenden. Wenn Sie dies umsetzen möchten, zeigt Ihnen unser Support-Team ebenfalls, wie sich das auf einfachem Wege mit easybill umsetzen lässt.

UNISEX! Sind das nicht die Socken, die allen nicht passen?

Verehrte easybill.de Kunden,
sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer,

ab 2013 müssen alle Vorsorgeversicherungen auf Unisex-Tarife umgestellt werden. Gewollt war mit dieser gesetzlichen Regelung, dass die teuren Tarife für Frauen billiger werden.

Praxis ist: Die Tarife für Männer werden nahezu gleich teuer. So kann Gleichstellung auch aussehen.

Bitte wenden Sie 3 Minuten ihrer Zeit auf und schauen sich folgenden Link an:
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1733746/Neue-Unisex-Tarife-bei-Versicherungen#/beitrag/video/1733746/Neue-Unisex-Tarife-bei-Versicherungen


Fakt ist:
Für Männer werden die Beiträge von Neuverträgen für private Krankenversicherungen, Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeit und private Pflegezusatzversicherung ab 2013 deutlich steigen. Deshalb ist es für alle, die sich jetzt für eine private Absicherung entscheiden, wichtig, sich noch vor dem 21.12.2012 die alten Konditionen zu sichern.

Gerne berate ich Sie und stelle Ihnen Angebote vor, wie Sie jetzt noch von den günstigeren Tarifen profitieren können.

Ihr Reinhard Schmitz
Versicherungs- und Finanzmanagement
Unabhängiger Makler

Am besten nehmen Sie gleich Kontakt mit uns auf oder Sie senden uns diese Mail zurück. Der Versicherungsmakler unseres Vertrauens kann (wird) Sie in allen diesen Themenstellungen neutral und kompetent beraten.
Um die Seriösität dieses Service zu gewährleisten, übersenden wir Ihnen die
Kontaktdaten von Herrn Schmitz nur auf Ihre Anfrage, die Sie bitte an support@easybill.de richten möchten. Besten Dank!
Ihr easybill.de – TEAM

Finanzamt fordert Händlerdaten von Amazon

Aufgepasst Online-Händler! Sorgen Sie dafür, dass Sie eine ordentliche Rechnungsführung haben.

Wie beim jüngsten Rechtsstreit zwischen Finanzamt und Amazon zu beobachten war, kann es ernst für Online-Händler werden, die Waren bei Amazon oder ähnlichen Handelsplattformen anbieten und deren Jahresumsatz die Kleinunternehmer Grenze von 17.500 Euro übersteigt.

Bereits jetzt kann das Finanzamt in Verdachtsmomenten von Handelsplattformen verlangen, ihre Händlerdaten herauszugeben.  In naher Zukunft wird der Bundesfinanzhof entscheiden, ob dies generell der Fall sein wird.

Wie das Urteil auch ausfallen wird, sicher ist jedenfalls, dass Online-Händler unbedingt über eine sorgfältige Rechnungsführung verfügen sollten. Denn die Beweispflicht, dass alles korrekt abgerechnet wurde, liegt nicht bei der Finanzbehörde oder den Handelsplattformen, sondern allein bei den Händlern!

Also, liebe Händler, warten Sie damit nicht, bis es zu spät ist, sondern beginnen Sie gleich jetzt und nutzen Sie easybill für eine ordentliche Rechnungsführung.

Original Artikel erschienen bei heise-online.de am 01.03.2012 unter folgendem Titel: “Finanzamt will Händlerdaten von Amazon” Link zum Artikl: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Finanzamt-will-Haendlerdaten-von-Amazon-1446244.html