Lieferschwellen – Was ist das genau? Und wie kann easybill mir helfen?

Was genau sind Lieferschwellen eigentlich?

Bei der Versandhandelsregelung (§3c UStG) handelt es sich um ein umsatzsteuerrechtliches Prinzip innerhalb der EU, das dem Bestimmungslandprinzip einen Vorrang vor dem Herkunftslandprinzip einräumt.

Vereinfacht gesagt, bedeutet dies, dass wenn Warenlieferungen an Privatpersonen im EU-Ausland einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, nicht mehr die Umsatzsteuer berechnet werden darf, die im Land des Händlers gilt, sondern die des Ziellandes berechnet und diese auch dort abgeführt werden muss.
Diese Regelung betrifft, wie bereits erwähnt nur Privatpersonen, bzw. alle Lieferungen ins EU-Ausland, die nicht als innergemeinschaftliche Lieferung behandelt werden und somit hierdurch von der USt befreit sind.

Ein Beispiel:
Ein Händler aus Deutschland sendet im laufenden Kalenderjahr Waren im Wert von mehr als 35.000 EUR (Netto-Warenwert) an Privatpersonen in Österreich.
Da die Lieferschwelle für Österreich bei 35.000 EUR liegt, muss er nun ab dem Moment der Überschreitung den Umsatz mit dem österreichischen Steuersatz (z.B. also mit 20% anstelle von 19%) versteuern. Diese Umsatzsteuer muss nun auch nicht mehr in Deutschland, sondern in Österreich abgeführt werden. Hierzu ist es u.a. zwingend notwendig über eine österreichische Umsatzsteuer-Identfikationsnummer zu verfügen.

Wurde die Lieferschwelle für ein Land im laufenden Kalenderjahr überschritten, muss übrigens auch im Folgejahr – unabhängig vom tatsächlichen Umsatz – die Steuer in diesem Land abgeführt werden.
Alternativ ist es auch möglich, sich gemäß §3c Abs. 4 UStG freiwillig der Besteuerung des Ziellandes zu unterwerfen. Trifft man eine solche Entscheidung ist diese für zwei Jahre bindend.

Welche Lieferschwellen gelten für die einzelnen EU-Staaten?

In jedem Staat gilt eine eigene Lieferschwelle. Nachfolgend finden Sie ein Auflistung der aktuell gültigen Schwellen (Stand September 2014):

Staat
Lieferschwelle in Landeswährung
ca. in EUR
Belgien35.000 EUR
Bulgarien70.000 BGN35.791 EUR
Dänemark280.000 DKK37.551 EUR
Deutschland100.000 EUR
Estland35.151 EUR
Finnland35.000 EUR
Frankreich100.000 EUR
Griechenland35.000 EUR
Irland35.000 EUR
Italien35.000 EUR
Kroatien270.000 HRK36.060 EUR
Lettland24.000 LVL34.052 EUR
Litauen125.000 LTL36.203 EUR
Luxemburg100.000 EUR
Malta35.000 EUR
Niederlande100.000 EUR
Österreich35.000 EUR
Polen160.000 PLN40.923 EUR
Portugal35.000 EUR
Rumänien118.000 RON28.012 EUR
Schweden320.000 SEK36.232 EUR
Slowakei35.000 EUR
Slowenien35.000 EUR
Spanien35.000 EUR
Tschechien1.140.000 CZK46.570 EUR
Ungarn8.800.000 HUF32.257 EUR
Vereinigtes Königreich70.000 GBP81.843 EUR
Zypern35.000 EUR

Was ist bei Überschreiten der Lieferschwellen zu beachten?

Da Sie ab dem Umsatz, mit dem die Lieferschwelle überschritten wurde, direkt im Zielland umsatzsteuerpflichtig werden, sollten Sie Ihre Umsätze in den einzelnen Ländern stets im Blick halten, um ggf. bereits vorab die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Landes beantragen zu können.

Wenn die Schwelle überschritten wurde, muss zum einen nicht mehr der inländische Steuersatz berechnet werden, sondern der des Ziellandes, ebenso muss sich die USt-ID des Ziellandes auch auf Ihrer Rechnung befinden.

Auch sollten Sie sich mit Ihrem Steuerberater besprechen, inwiefern Sie selbst oder Ihr Steuerberater, die Steuererklärung für das Zielland erstellen können.
In einigen Ländern ist das nicht möglich. Hier muss die Abgabe der Erklärung durch einen sogenannten Fiskalvertreter erfolgen, dies kann beispielsweise ein Steuerberater aus dem Zielland sein.

Wie kann mir easybill bei diesem Prozess helfen?

Wenn Sie als Versandhändler Ihren Online-Shop oder die Marktplätze auf denen Sie handeln über das easybill Import-Tool angebunden haben, können Sie über ein nützliches Feature den Steuersatz an das Zielland einer Sendung anpassen.

Hierzu nutzen Sie im Import-Tool den Menüpunkt “Tools” > “Lieferschwellen”.

Tools > Lieferschwellen

Hier können Sie nun das Land auswählen, für das Sie die Lieferschwelle überschritten haben und auch den nun zu nutzenden Steuersatz. Die Regelsätze der einzelnen Länder sind in easybill hinterlegt und werden Ihnen als “empfohlen” dargestellt. Bitte prüfen Sie jedoch genau, welcher Steuersatz für Ihre Produkte zum Tragen kommt.

Länderauswahl LieferschwelleLieferschwelle ÖsterreichUm die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ziellandes auf die Rechnung aufzudrucken, müssen Sie diese nicht aufwendig erfassen und auf jedem Dokument ausweisen, sondern Sie können in den Rechnungstexten Ihrer Shops und Marktplätze eine Abfrage hinterlegen, so dass nur bei bestimmten Rechnungen auf die ausländische USt-ID hingewiesen wird.

Rechnungstexte

Ein Beispiel:
Sie haben die Lieferschwelle für Frankreich und Österreich überschritten und wollen nun bei Rechnungen für Kunden, deren Lieferadresse in einem der beiden Länder liegt, auf die Berechnung der ausländischen USt und Ihrer USt-ID hinweisen. Hierzu könnten Sie folgende Abfrage in Ihre Rechnungstexte einfügen:

{% case customer.shipping_country %}
{% when ‘FR’ %}
In this invoice, we operate under our French VAT identification number FRXX XXXXXXXXX. According to art. 33 and 34 of the EU-directive 2006/112/EG, the invoice includes French VAT.
{% when ‘AT’ %}
Im Rahmen dieser Rechnungsstellung treten wir Ihnen gegenüber unter unserer österreichischen Steuernummer ATUXXXXXXXX auf und weisen gemäß Art. 33 und 34 der EU-Richtlinie 2006/112/EG österreichische Umsatzsteuer aus.
{% endcase %}

Das Import-Tool fragt hier also ab ob das Lieferland Frankreich (FR) oder Österreich (AT) ist und würde, falls eines der beiden zutreffen sollte, den entsprechenden Text auf die Rechnung aufdrucken.

Für Fragen zur technischen Umsetzung steht Ihnen unser Support-Team gerne zur Verfügung.

Wichtiger Hinweis:
Da es sich bei dieser Thematik um ein sehr komplexes Themenfeld handelt, empfehlen wir Ihnen Kontakt mit Ihrem Steuerberater aufzunehmen, falls Sie eine Lieferschwelle überschritten haben oder die Vermutung haben das dies bereits der Fall ist, bzw. in Zukunft der Fall sein könnte.

Jahresabschluss, betriebliche und private Steuererklärung 2012. Der 31.05. kommt wie jedes Jahr bestimmt!

Der Jahresabschluss, sämtliche betrieblichen Steuererklärungen sowie die private Einkommensteuererklärung muss erstellt werden.

Ohne Vertretung durch einen Steuerberater müssen diese Unterlagen grundsätzlich bis spätestens zum 31.05.2013 für das Jahr 2012 beim Finanzamt eingereicht werden. Wer sogar das Jahr 2011 noch nicht eingereicht hat, sollte bereits jetzt fest mit der Festsetzung empfindlicher Verspätungszuschläge durch das Finanzamt rechnen.

Bereits für den Veranlagungszeitraum 2011 mußten sämtliche Steuererklärungen in elektronischer Form eingereicht werden. Mit vereinzelten Ausnahmegenehmigungen durch das Finanzamt aufgrund vielleicht fehlender techischer Möglichkeiten zur elektronischen Übermittlung ist für das Jahr 2012 definitiv nicht mehr zu rechnen.

Hier nun 5 Fragen und Antworten zum Thema Steuererklärung 2012:
(Die nachfolgenden Antworten zu den Fragen sind ausschließlich für natürliche Personen relevant, die haupt- oder nebenberuflich ein Unternehmen gewerblicher oder freiberuflicher Art betreiben relevant!)

1. Welche Software kommt in Frage, wenn ich alles selbst erledigen will?
Es gibt unterschiedliche Softwareanbieter die eine komfortable Lösung anbieten. Es muss einzig und allein darauf geachtet werden, das sämtliche erforderlichen Steuererklärungen elektronisch übermittelt werden können. Welche Steuererklärungen mit welchen Formularen übermittelt werden müssen klärt die nachfolgende Frage.

2. Welche Steuererklärungen muss ich dem Finanzamt übermitteln?

a. Sie betreiben als unbeschränkt steuerpflichtige natürlich Person ein gewerbliches Unternehmen.

In diesem Fall müssen Sie eine Einkommensteuererklärung mit mindestens folgenden Formularen übermitteln: ESt 1 A 2012, Anlage G, Anlage Vorsorgeaufwand
Für Einnahmen-Überschuss-Rechner zusätzlich das Formular: Anlage EÜR 2012 sowie ggf. die Anlage Anlageverzeichnis 2012

Des Weiteren muss eine Umsatzsteuererklärung erstellt werden. Auch wenn Sie Kleinunternehmer im Sinne des § 19 Abs. 1 UStG sind! Die Umsatzsteuererklärung besteht einerseits auf dem Formular Mantelbogen sowie ggf. einer weiteren Anlage, wenn auch nicht steuerbare oder steuerfreie Umsätze erzielt wurden. Sämtliche dieser Formulare sind bereits aufgrund der Pflicht zur elektronischen Einreichung nicht mehr bzw. nur noch in sehr wenigen Ausnahmefällen direkt beim zuständigen Finanzamt erhältlich.

Abschließend muss noch eine Gewerbesteuererklärung eingereicht werden. Hierzu ist mindestens der Formular-Mantelbogen einzureichen. Ob eine solche tatsächlich einzureichen ist, hängt in der Praxis oft von der Höhe des erzielten Gewinnes aus Gewerbebetrieb ab. Da es aufgrund des Gewerbesteuerfreibetrages in Höhe von 24.500 Euro oft nicht zur Festsetzung von Gewerbesteuer kommt, kann auf die Einreichung einer solchen nicht selten verzichtet werden.

b. Sie betreiben als unbeschränkt steuerpflichtige natürlich Person ein freiberufliches Unternehmen, erfüllen also nicht die Voraussetzungen eines Gewerbebetriebes.

Mit Ausnahme der Gewerbesteuererklärung und der Anlage G, welche durch die Anlage S in der Einkommensteuererklärung ersetzt wird, gelten die gleichen Voraussetzungen wie unter a. beschrieben.

Für eine verbindliche Auskunft über die in Ihrem Fall erforderlichen Formulare informiert Sie jederzeit Ihr zuständiges Finanzamt oder ein Steuerberater.

3. Wie kann ich die Frist zur Einreichung der Steuerklärung(en) verlängern?

Grundsätzlich müssen Steuererklärungen bis zum 31.05. des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Sofern Sie sich gegenüber dem Finanzamt durch einen Steuerberater vertreten lassen, ist eine Frist bis zum 30.09. des Folgejahres in vielen Fällen auch bis zum 31.12. des Folgejahres üblich. Sofern Sie Ihr Unternehmen in Nordrhein-Westfalen betreiben und durch einen Steuerberater vertreten werden, der erfolgreich am sogenannten Kontigentierungsverfahren teilnimmt und Sie hierzu angemeldet hat, ist auch eine Frist bis zum 28.02. des übernächsten Jahres denkbar.

4. Wie ermittle ich den Gewinn oder Verlust meines Unternehmens?

Zunächst muss die Frage geklärt werden welche Art der Gewinnermittlung anzuwenden ist. Neben der Gewinnermittlung nach Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1; § 5 EStG) zu welcher aufgrund der komplexität hier keine weiteren Ausführungen gemacht werden können, gibt es die sogenannte Gewinnermittlung auf Basis der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung werden alle im Wirtschaftsjahr (in der Regel 01.01. bis 31.12. eines Jahres) bezahlten Betriebsausgaben von den erhaltenen Betriebseinnahmen abgezogen. Das positive Endergebnis ist der Gewinn, das negative der Verlust. Die vereinnahmte Umsatzsteuer wird bei dieser Form der Berechnung wie eine Einnahme, die gezahlte Umsatzsteuer (auch Vorsteuer genannt) wie eine Ausgabe berücksichtigt, sollte jedoch in einer Schattenrechnung gesondert aufgezeichnet werden, da auch eine Umsatzsteuererklärung angefertig werden muss, in der eben diese gesondert zu melden ist.

Der erzielte Gewinn oder Verlust muss muss in der Einkommensteuererklärung mit der Anlage EÜR erklärt werden, bei welcher die Einnahmen und Ausgaben in speziellen Feldern kategorisiert zu erfassen sind.

5. Wie erstelle ich eine Umsatzsteuererklärung?

Bei der Umsatzsteuererklärung ist zunächst die Frage zu klären, ob die Erhebung der Umsatzsteuer nach vereinbarten oder nach vereinnahmten Entgelten erfolgt. Der in der Praxis am häufigsten vorliegenden Fall ist sicherlich der letztere, wobei dieser beim Finanzamt beantragt und durch dieses auch genehmigt werden muss!

Bei der Erhebung nach vereinnahmten Entgelten, welches bei dem klassischen Unternehmer, der seinen Gewinn nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt, der Regelfall sein dürfte, werden im Formular sämtliche vereinnahmten Umsatzerlöse nebst dazugehöriger Umsatzsteuer erfasst. Im weiteren werden hiervon sämtliche gezahlten und zurecht abziehbaren Umsatzsteuern (Vorsteuerbeträge) abgezogen.

Der danach verbleibende Betrag wird schließlich noch um die bereits mittels Umsatzsteuer-Voranmeldung vierteljährlich oder monatlich gemeldeten und gezahlten oder erhaltenen Beträge vermindert. Im Prinzip kann man sich zum besseren Verständnis die Umsatzsteuererklärung wie eine Umsatzsteuer-Voranmeldung vorstellen, welche jedoch für einen Zeitraum von 12 Monaten (für das gesamte Jahr) eingereicht wird. Sie dienst im wesentlichen der Verprobung sämtlicher geflossener Umsatzsteuerbeträge des Jahres.

Die Anforderungen der Finanzverwaltung an einen Unternehmer sind gerade in Deutschland sehr umfangreich und nicht für jedermann verständlich. Sobald man sich die eigenständige Erledigung der Pflichten also nicht zutraut, sollte man in jedem Fall lieber einen steuerlichen Berater zu Rate ziehen. In der Regel rechnet sich die Hinzuziehung eines Steuerberaters nicht nur finanziell, sondern insbesondere auch nervlich!

Sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie bei der Suche nach einem Steuerberater Hilfe benötigen. Da wir von easybill deutschlandweit aktiv sind, können wir Sie gerne bei Ihrer Suche unterstützen. Selbstverständlich völlig kostenlos! Schreiben Sie einfach eine E-Mail an support@easybill.de

Finanzamt fordert Händlerdaten von Amazon

Aufgepasst Online-Händler! Sorgen Sie dafür, dass Sie eine ordentliche Rechnungsführung haben.

Wie beim jüngsten Rechtsstreit zwischen Finanzamt und Amazon zu beobachten war, kann es ernst für Online-Händler werden, die Waren bei Amazon oder ähnlichen Handelsplattformen anbieten und deren Jahresumsatz die Kleinunternehmer Grenze von 17.500 Euro übersteigt.

Bereits jetzt kann das Finanzamt in Verdachtsmomenten von Handelsplattformen verlangen, ihre Händlerdaten herauszugeben.  In naher Zukunft wird der Bundesfinanzhof entscheiden, ob dies generell der Fall sein wird.

Wie das Urteil auch ausfallen wird, sicher ist jedenfalls, dass Online-Händler unbedingt über eine sorgfältige Rechnungsführung verfügen sollten. Denn die Beweispflicht, dass alles korrekt abgerechnet wurde, liegt nicht bei der Finanzbehörde oder den Handelsplattformen, sondern allein bei den Händlern!

Also, liebe Händler, warten Sie damit nicht, bis es zu spät ist, sondern beginnen Sie gleich jetzt und nutzen Sie easybill für eine ordentliche Rechnungsführung.

Original Artikel erschienen bei heise-online.de am 01.03.2012 unter folgendem Titel: “Finanzamt will Händlerdaten von Amazon” Link zum Artikl: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Finanzamt-will-Haendlerdaten-von-Amazon-1446244.html

Wichtige Information zur Mediafinanz-Inkassoschnittstelle

Seit unserem, am 02.11.2009 veröffentlichten Update, haben wir die Einstellung von Forderungen mit Hilfe der neuen Schnittstelle unseres Partners mediafinanz.de stark vereinfacht. Nunmehr kann die manuelle Erfassung der Schuldner- und Forderungsdaten entfallen, da diese über die Auswahloption “Mahnwesen > Forderung an Mediafinanz übergeben”, automatisch von uns vorerfasst werden.

Um die Schnittstelle jedoch nutzen zu können, muss folgende Einstellung von Ihnen vorgenommen werden:

1. Schritt:
Melden Sie sich auf der Internetseite www.mediafinanz.de mit Ihren Zugangsdaten an. Es sind die selben Daten, welche Sie bei www.easybill.de verwenden.

2. Schritt:
Klicken Sie sodann im Menu “Optionen” auf “Einstellungen”.
Aktivieren Sie anschließend im Untermenu “Schnittstellen”
die easybill GmbH Kooperation.

Sobald Sie diese Einstellung vorgenommen haben, steht Ihnen die vereinfachte Übergabe von Forderungen mit easybill.de zur Verfügung.

Sofern Ihnen Ihre mediafinanz-Zugangsdaten nicht mehr vorliegen, können Sie diese unter der Mediafinanz-Mandantenhotline problemlos erfragen. Natürlich vorausgesetzt, dass Sie Sich bereits zuvor vollständig registriert haben. Die Telefonnummer lautet: 0541/2029-110

Für Rückfragen stehen Ihnen unsere Support-Mitarbeiter gerne zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr easybill.de Team!

Änderungen bei der Umsatzsteuer 2010 – easybill.de paßt seine Rechnungssoftware automatisch an

Umsatzsteuer wird künftig nach europäischen Richtlinien erhoben – und damit keinesfalls weniger kompliziert

Ab 2010 gilt bei sonstigen Leistungen zwischen Unternehmern das Empfängerortprinzip als Grundregel zur Leistungsortsbestimmung….

Mit dem Jahressteuergesetz 2009 wurde das „Mehrwertsteuer- Paket“ (EG-Richtlinie 2008/8 und 2008/9) in nationales Recht umgesetzt. Damit ergeben sich Modifikationen beim Ort der Dienstleistung, bei der Umkehr der Steuerschuldnerschaft und bei der Rechnungserteilung. Außerdem müssen Unternehmer sonstige Leistungen an in einem anderen Mitgliedstaat ansässigen Leistungsempfänger in einer zusammenfassenden Meldung sowie in der Umsatzsteuervoranmeldung deklarieren. Stichtag ist der 1. Januar 2010.

Der Bestimmung des Leistungsorts kommt höchste Bedeutung zu, da davon die Entscheidung abhängt, ob eine Leistung am Sitz des leistenden Unternehmers (Ursprungslandprinzip) oder im Staat des Empfängers (Empfängerortsprinzip) zu versteuern ist. Nach der bisherigen Rechtslage gilt das Ursprungslandsprinzip als Grundregel. Ab 2010 gilt bei sonstigen Leistungen zwischen Unternehmern das Empfängerortprinzip als Grundregel zur Leistungsortsbestimmung. Danach wird eine sonstige Leistung, die ein Unternehmer an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausführt – bis auf bestimmte Ausnahmen – an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt.

Wird die Leistung an die Betriebsstätte eines Unternehmens ausgeführt, ist die Betriebsstätte maßgebend. Verwendet der Leistungsempfänger gegenüber seinem Auftragnehmer seine Umsatzsteuer- Identifikations-Nummer (USt-IdNr.), dokumentiert er damit, dass er Unternehmer ist. Der Auftragnehmer darf damit annehmen, dass er seine Leistung für einen unternehmerischen Bereich erbringt. Bei einem im Drittland ansässigen Leistungsempfänger könnte sich der Nachweis der Unternehmereigenschaft allerdings als schwierig erweisen. Nicht unternehmerisch tätige juristische Personen, denen eine USt-IdNr. erteilt worden ist, werden für die Bestimmung des Leistungsorts einem Unternehmer gleichgesetzt. Dies bestätigt dem leistenden Unternehmer, dass der Empfänger seiner Leistung für umsatzsteuerliche Zwecke registriert ist.

Werden die sonstigen Leistungen an Nichtunternehmer erbracht, bleibt es auch ab 2010 bei der alten Grundregel, dass die Leistung an dem Ort ausgeführt wird, von dem aus der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Wird die sonstige Leistung von einer Betriebsstätte an einen Nichtunternehmer ausgeführt, gilt die Betriebsstätte als Ort der sonstigen Leistung.

Von der Grundregel, dem Empfängerortsprinzip, gibt es zahlreiche Ausnahmen, so beispielsweise für Grundstücksumsätze und Vermittlungsleistungen. Die Ortsbestimmung für Katalogleistungen (Lizenzen, Beratungsleistungen) hat wegen der neuen Grundregel nur noch eingeschränkt Bedeutung. Bei Werklieferungen und sonstigen Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers ist der Leistungsempfänger Steuerschuldner.

Abweichend von der bisherigen Regelung gilt ein Unternehmer künftig auch dann als im Ausland ansässig, wenn er im Inland zwar eine Betriebsstätte besitzt, diese Betriebsstätte aber tatsächlich den Umsatz nicht ausgeführt hat. Das Merkmal „Zweigniederlassung“ ist entfallen. Die Feststellung der Ansässigkeit wird dadurch allerdings nicht vereinfacht. Denn anders als bisher muss ab 2010 genau festgestellt werden, ob die Leistung eines ausländischen Unternehmens durch seine inländische Betriebsstätte erbracht wurde. Die entsprechende Dokumentation dürfte beispielsweise bei Beratungsleistungen schwierig sein.

Sofern sich der Leistungsort bei einer sonstigen Leistung nach dem Sitz oder einer Betriebsstätte des Leistungsempfängers richtet und der Leistungsempfänger die Steuer schuldet, hat der leistende Unternehmer ab dem 1. Januar 2010 auch die USt-IdNr. des Leistungsempfängers anzugeben. Für Dienstleistungen, die innerhalb der EU erbracht werden, gelten weitere Besonderheiten. Diese sogenannten „innergemeinschaftlichen Dienstleistungen“ sind ab 1. Januar 2010 in der zusammenfassenden Meldung (ZM) zu erklären. Dazu gehören solche Leistungen, die unter das Empfängerortsprinzip fallen und für die die in anderen Mitgliedstaaten ansässigen Leistungsempfänger die Steuer schulden.

In der ZM ist die USt-IdNr. jedes einzelnen Leistungsempfängers aus einem anderen Mitgliedstaat und die Summe der Bemessungsgrundlagen der an ihn erbrachten steuerpflichtigen sonstigen Leistungen anzugeben. Die Leistungen sind in dem Meldezeitraum zu erklären, in dem der Unternehmer die entsprechende Rechnung ausgestellt hat, spätestens in dem Monat der Ausführung der Dienstleistung folgende Monat. Die in der ZM zu meldenden Dienstleistungen sind ab 2010 auch in der Umsatzsteuervoranmeldung oder in der Jahreserklärung zu erfassen.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: Fragen & Antworten

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer berechtigt zur Teilnahme am EU-weiten Binnenmarkt. Inhaber einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer haben die Möglichkeit, steuerfrei in andere EU-Mitgliedsstaaten zu liefern, unter der Bedingung, dass auch der Handelspartner eine gültige USt-IdNr. vorweisen kann.

Beim Export in ein anderes Land der EU wird bei Angabe der USt-IdNr. keine Umsatzsteuer berechnet (steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung); dafür nimmt der (gewerbliche) Abnehmer im Empfängerland eine Erwerbsbesteuerung zum Umsatzsteuertarif des Ziellandes vor.

Durch dieses Bestimmungslandprinzip wird die Besteuerung in das Empfängerland verlagert.

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Versendung in EG-Länder

Für Gemeinschaftswaren (EG-Ursprungswaren, verzollte Drittlandswaren) sind keine Zollformalitäten erforderlich. Lediglich für verbrauchssteuerpflichtige Waren (Alkohol, Tabak und Mineralöl) bestehen noch Überwachungspflichten. Geblieben sind größtenteils nationale Besonderheiten hinsichtlich der Qualitäts-, Sicherheits- oder Kennzeichnungsbestimmungen. Die früher an den Grenzen erforderliche Meldepflichten sind in die Unternehmen verlagert worden.

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