Viele Freiberufler und Selbstständige haben Angst vor Honorarverhandlungen, wollen sie doch den potenziellen Kunden nicht mit zu hohen Forderungen erschrecken. Dabei vergessen sie häufig, dass viele Menschen hohe Preise mit Qualität gleichsetzen.
Das bedeutet, dass die Qualität bei einem sehr niedrigen Preis schließlich
nicht stimmen kann oder?
Es gilt also, das Mittelmaß zu finden und den idealen Preis zu berechnen.
Der kann sich durchaus von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.
Der Wert der Leistung
Die Anzahl der Stunden, die Sie leisten, interessiert viele Kunden herzlich wenig. Für sie ist relevant, was am Ende dabei herauskommt. Das bedeutet aber auch, dass die Kunden nur den Preis zu zahlen bereit sind, den sie selbst für angemessen halten. Sie wollen einen Nutzen aus der Leistung ziehen. Dieser Nutzen soll dem Preis entsprechen.
Daraus ergibt sich die Faustregel, dass ein Preis nur so hoch sein darf wie der Nutzen, der sich für den Kunden ergibt. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht.
Folgende Darstellung kann bei dem Verständnis der Situation helfen:

- Hoher Preis, niedrige Kundenzufriedenheit (Situation 1):
Der Kunde wird bei einem vorherigen Vergleich zu einem anderen Anbieter wechseln. Stellt sich das Problem erst nach Leistungserbringung, ist eine Reklamation die Folge. Oder der Kunde zahlt, kommt aber nicht mehr wieder.
- Hoher Preis, hohe Kundenzufriedenheit (Situation 2):
Der Kunde ist zufrieden, der Nutzen der Leistung ist für ihn hoch. Er wird den Preis für angemessen halten und wird Folgeaufträge platzieren.
- Niedriger Preis, niedrige Kundenzufriedenheit (Situation3):
Unzufriedenheit auf beiden Seiten, der Kunde wird nicht wiederkommen. Der niedrige Preis ist für ihn zwar von Vorteil, dennoch kann er aus der Leistung keinen Nutzen ziehen.
- Niedriger Preis, hohe Kundenzufriedenheit (Situation 4):
Der Kunde wird vielleicht wiederkehren, allerdings rechnet sich die Arbeit für den Freiberufler nicht. Erneute Preisverhandlungen sind die Folge.
Erneute Preisverhandlungen meiden
Müssen mit einem Kunden neue Preisverhandlungen aufgenommen werden, so besteht die Gefahr, dass dieser als Auftraggeber geht. Aus der Sicht des Kunden verständlich: Hat er die gewünschte Leistung doch zuvor zu diesem Preis bekommen warum jetzt nicht mehr?
Sie müssen ihm verständlich machen, warum sich die Arbeit so für Sie nicht lohnt. Dazu berechnen Sie vorab Ihren kalkulatorischen Stundensatz mit einem Honorar-Rechner, der beispielsweise auf der Website Erfolg-als-Freiberufler.de hier angeboten wird.
Die Folge:
Der Kunde wird sich bei der Konkurrenz umsehen und dort vielleicht ein für ihn ähnlich günstiges Angebot finden. Oder er beginnt seinerseits mit Verhandlungen, die für Sie mit einer Leistungsminderung einhergehen. Sinnvoll kann es in solchen Situationen sein, einen Sonderpreis für zusätzliche Leistungen anzubieten.

