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title: "Peppol: Der sichere Übertragungsstandard für elektronische Rechnungen"
date: 2026-04-08
author: "Irina Emdina"
featured_image: "https://www.easybill.de/wp-content/uploads/Business-documents_peppol.png"
categories:
  - name: "E-Rechnung"
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  - name: "Technisches"
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# Peppol: Der sichere Übertragungsstandard für elektronische Rechnungen

In der digitalen Rechnungsstellung an öffentliche Auftraggeber gewinnt ein Begriff zunehmend an Bedeutung: **Peppol**. Doch was verbirgt sich dahinter und wie profitieren Unternehmen und Selbstständige davon?

## Was ist Peppol?

**Peppol** steht für *Pan-European Public Procurement OnLine* und bezeichnet eine europäische Infrastruktur, mit der elektronische Dokumente wie [E-Rechnungen](https://www.easybill.de/e-rechnung) sicher und standardisiert ausgetauscht werden können. Entwickelt wurde Peppol von der Non-Profit-Organisation **OpenPeppol**, mit dem Ziel, die elektronische Kommunikation im öffentlichen Beschaffungswesen europaweit interoperabel zu gestalten.

Das Herzstück von Peppol ist das sogenannte **4-Corner-Modell**: Sender und Empfänger sind jeweils mit einem sogenannten Access Point verbunden, über den der Dokumentenaustausch erfolgt, ähnlich wie bei einem E-Mail-System, nur sicherer, strukturierter und standardisiert.

![](https://www.easybill.de/wp-content/uploads/image2-12.png)Abbildung: Ablauf des Versandes und des Empfangens von Dokumenten via Peppol (Quelle: [Beschaffungsamt des BMI](https://www.bescha.bund.de/DE/Home/home_node.html)

)

## Warum Peppol für die E-Rechnung an die öffentliche Hand?

Seit Inkrafttreten der [E-Rechnungsverordnung](https://www.easybill.de/ratgeber/e-rechnungspflicht) ist die elektronische Rechnung in der öffentlichen Beschaffung Pflicht. In Deutschland nutzen insbesondere Bundesbehörden die beiden Rechnungseingangsplattformen **ZRE** (für die unmittelbare Bundesverwaltung) und **OZG-RE** (für mittelbare Verwaltung und kooperierende Bundesländer).

2025 wurden diese beiden Plattformen zusammengeführt. Seit **Sommer 2025** wird **nur noch die OZG-RE** als zentrale Eingangsplattform des Bundes betrieben. Die ZRE wurde Ende 2025 abgeschaltet.

**Peppol ist der einzige Übertragungskanal, der den automatisierten und medienbruchfreien Versand von E-Rechnungen direkt aus dem ERP-System ermöglicht.** Damit eignet sich das Netzwerk insbesondere für Unternehmen mit hohem Rechnungsvolumen oder der Notwendigkeit zur Prozessautomatisierung.

## Vorteile von Peppol im Überblick

### Effizienz durch Automatisierung

Peppol erlaubt die direkte Anbindung an ERP- oder Buchhaltungssysteme. Einmal eingerichtet, können E-Rechnungen ohne manuelle Eingriffe übertragen werden – auch im Massenversand.

### Standardisierung und Interoperabilität

Durch einheitliche technische Spezifikationen (sogenannte *Business Interoperability Specifications*, kurz BIS) ist ein reibungsloser Austausch über Landesgrenzen und Systemgrenzen hinweg möglich.

### Höchste Sicherheit

Der Versand über Peppol erfüllt alle Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit. Fehlerrisiken werden durch die standardisierte Übertragung minimiert.

### Transparenz im Prozess

Sender und Empfänger sind über sogenannte **Peppol-IDs** eindeutig identifizierbar. Der Versandweg ist nachvollziehbar dokumentiert.

## Drei Wege, Peppol als Rechnungssteller zu nutzen

#### 1. Kostenloser Webservice des Bundes

Wenn du E-Rechnungen ausschließlich an Einrichtungen der Bundesverwaltung oder kooperierender Länder senden willst, kannst du den kostenfreien Webservice des Bundes nutzen.

- **Vorteile**: Kostenlos, direkt aus dem eigenen System nutzbar
- **Nachteile**: Nur für ZRE- und OZG-RE-Empfänger geeignet, keine anderen Formate als XRechnung

? Kontakt zur Anmeldung: `peppol.support@nortal.com`

#### 2. Peppol-Service-Provider beauftragen

Diese Dienstleister stellen dir einen Access Point zur Verfügung und übernehmen die technische Anbindung.

- **Vorteile**: 
    - Auch andere Dokumententypen übertragbar
    - Internationale Reichweite
    - Kein eigener Access Point nötig
- **Nachteile**: 
    - Kostenpflichtig
    - Abhängigkeit vom Dienstleister

? Eine Liste zertifizierter Anbieter findest du auf [peppol.org](https://peppol.org/).

#### 3. Eigenen Access Point betreiben

Geeignet für große Unternehmen oder IT-Dienstleister mit hohem Rechnungsvolumen.

**Vorteile**: Maximale Kontrolle, volle Integration, mögliche zusätzliche Einnahmequelle

**Nachteile**: Hohe Einrichtungskosten, Mitgliedschaft bei OpenPeppol erforderlich

> **Tipp:** Du musst nicht selbst einen Access Point aufbauen oder dich durch technische Schnittstellen kämpfen. Mit <a>**easybill**</a> erstellst du deine E-Rechnungen an Behörden im vorgeschriebenen Format [XRechnung](https://www.easybill.de/ratgeber/xrechnung) und versendest sie direkt über das **Peppol-Netzwerk** – automatisch, sicher und ohne zusätzlichen Aufwand.
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## Wie funktioniert der Versand einer E-Rechnung via Peppol?

1. **Erstellung der E-Rechnung**: Zum Beispiel im Format **XRechnung** oder ZUGFeRD (Profil XRechnung-konform).
2. **Adressierung**: Über die sogenannte **Peppol Receiver-ID** (z. B. `0204:Leitweg-ID`).
3. **Übermittlung**: Über deinen Access Point (direkt, via Dienstleister oder über den Bundes-Webservice).
4. **Empfang**: Die Rechnung wird über das Peppol-Netzwerk an die passende Eingangsplattform des Empfängers übermittelt.

## Die Rolle der Peppol-IDs

Im Peppol-Netzwerk wird jeder Teilnehmer eindeutig identifiziert – ähnlich wie bei einer IBAN im Zahlungsverkehr.

- **Rechnungsempfänger (Receiver-ID)**: `0204:Leitweg-ID` (z. B. für Behörden)
- **Rechnungssteller (Sender-ID)**: 
    - `9930:Umsatzsteuer-ID`
    - `0088:Global Location Number`

Wichtig: In der Rechnung selbst wird die **[Leitweg-ID](https://www.easybill.de/ratgeber/leitweg-id)** angegeben, im Übertragungsprotokoll die vollständige **Peppol-Receiver-ID**. Beide Angaben müssen korrekt sein, sonst wird die Rechnung abgewiesen.

## Technische Anforderungen

- **Standard**: XRechnung in aktueller Version
- **Prüfung**: Vorabprüfung der Datei mit dem offiziellen [KoSIT-Validator](https://xeinkauf.de)
- **Größenbegrenzung**: Max. 100 MB pro Datei

## Häufige Fragen

### Was kostet Peppol?

Die Nutzung des Bundes-Webservice ist kostenlos. Bei Beauftragung eines Dienstleisters oder dem Aufbau eines eigenen Access Points fallen jedoch Kosten an – je nach Umfang und Anbieter.

### Können auch ausländische Unternehmen Peppol nutzen?

Ja, auch Rechnungssteller aus dem Ausland können Rechnungen an deutsche Behörden via Peppol senden – vorausgesetzt, sie verwenden ein anerkanntes ID-Schema.

### Welche Einrichtungen sind an Peppol angebunden?

Alle Einrichtungen, die an die ZRE oder OZG-RE angeschlossen sind. Welche Plattform zuständig ist, zeigt die **Leitweg-ID**. Im Zweifel hilft die Anfrage beim Auftraggeber.

### Lohnt sich Peppol?

**Ja – insbesondere für Unternehmen, die regelmäßig E-Rechnungen an öffentliche Auftraggeber versenden.** Peppol bietet einen rechtssicheren, automatisierten und zukunftsfähigen Übertragungskanal. Durch die bevorstehende Vereinheitlichung der Rechnungseingangsplattformen des Bundes wird Peppol noch relevanter.