Neue Startup-Strategie: So will die Ampel jungen Unternehmen helfen

Startup-Strategie_Regierung_Deutschland

Eine Startup-Strategie der Bundesregierung? Was genau verbirgt sich hinter der „neuen Strategie“, was auch in 2022 tatsächlich noch neu wäre? Die Finanzierung von Startups war nach der anfänglichen Phase der Gründung oft ziemlich schwierig. Das soll eine neue Startup-Strategie jetzt ändern. Das Papier, das Bundeswirtschaftsminister Habeck dazu vorlegte, enthält noch weitere Neuerungen für junge Unternehmen und soll den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt stärken. Was dazu konkret geplant ist, erfahren Sie hier.

Leichtere Finanzierung für Startups 

In anderen Ländern wie beispielsweise den USA, Großbritannien oder Skandinavien werden Startups schon seit einigen Jahren mit Risikokapital finanziert. Dieses Kapital stammt aus Rentenkassen oder Fonds. Bisher war diese Art der Finanzierung aufgrund gesetzlicher Vorschriften in der Bundesrepublik Deutschland allerdings nicht möglich. Das soll sich jedoch nun, mit Hilfe der neuen Pläne, ändern. Die Bundesregierung sieht vor, dass sich nun auch Pensionskassen und Versicherungen mit Wagniskapital an Startups beteiligen können. Die Finanzierung, bzw. das erhaltene Kapital, ist wohl einer der wichtigsten Punkte für Personen, die die Gründung eines Startups planen. Aber das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) plant noch weitere Änderungen. Das Strategiepapier enthält mehrere Punkte, die im Hinblick auf eine zeitgemäße Startup-Strategie zu einer Verbesserung beitragen. 

Die einzelnen Punkte der Startup-Strategie im Überblick

Neben dem bereits genannten Punkt der einfacheren Finanzierung, soll es noch weitere Erleichterungen für Startups geben. Dazu gehören:

  1. Vereinfachte Mitarbeitersuche und -einstellung
  2. Attraktivere Gestaltung der Mitarbeiterbeteiligung
  3. Startups, die sich auf das Gemeinwohl konzentrieren, erhalten Zugang zu weiteren Finanzierungsinstrumente
  4. Gründungen werden digitaler
  5. Die Diversität in Startups wird ausgebaut
  6. Gründungen von Startups aus der Wissenschaft heraus werden leichter ermöglicht
  7. Börsengänge von Startups werden vereinfacht
  8. Startups sollen bei öffentlichen Ausschreibungen bessere Chancen bekommen 

Mit den Vorschlägen will der Bundeswirtschaftsminister Startups in Deutschland stärken. Junge Firmen haben häufig damit zu kämpfen, dass sie nicht genügend oder nicht die richtigen Mitarbeiter finden. Das möchte Habeck dadurch ändern, dass es diesen Unternehmen leichter gemacht werden soll, auch Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben und einzustellen. So sollen beispielsweise ausländische Berufs- und Hochschulabschlüsse einfacher anerkannt und das Einwanderungsrecht im IT-Sektor daraufhin angeschaut werden, ob die Sonderregelungen aktuell schon voll ausgeschöpft werden. Wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist, ist natürlich hier noch nicht Schluss. Anschließend muss es darum gehen, die neu gewonnenen Talente im Unternehmen auch zu halten. Das soll unter anderem mit einer steuerlichen Reform der Mitarbeiterbeteiligung möglich werden. 

Startup Verband nimmt Vorschläge positiv auf

In der Startup-Branche kommen die vorgestellten Pläne der neuen Startup-Strategie gut an. Christian Hülsewig, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Logistik-Gesellschaft Schüttflix, äußerte sich nach Angaben der FAZ positiv zu dem Papier. Er hält den Entwirf für insgesamt sehr wichtig für die Branche. Und auch aus dem „Startup Verband“ ist viel Lob für die Vorschläge zu hören. 

Jedoch muss man natürlich abwarten, wie sich die geplanten Änderungen in der Realität behaupten. Denn schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Gesetzesvorschläge, die sich nicht wie geplant in die Praxis umsetzen ließen. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wäre es jedoch wünschenswert, wenn es dieses Mal anders laufen würde.

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