Unternehmer können Dienstleistungen anbieten oder Produkte verkaufen – oder beides. Was man unter einer Dienstleistung konkret versteht und welche verschiedenen Arten es gibt, verraten wir hier.

Definition Dienstleistung: Was versteht man darunter?

Geschirrspüler einbauen, Haare schneiden oder den Mandaten vor Gericht vertreten. All das sind Dienstleistungen. Bestimmendes Merkmal dieser Tätigkeit ist, dass eine oder mehrere Personen die Dienstleistung für andere erbringen. Der Handwerker, der den Geschirrspüler für den Hausbesitzer einbaut, der Friseur, der die Haare des Kunden schneidet und die Rechtsanwältin, die ihren Mandanten vor Gericht verteidigt. Im Gegenzug erhält der Dienstleister für die Dienstleistung eine Bezahlung oder Vergütung.

Dienstleistungen sind also immaterielle Güter. Sie können weder gelagert werden, noch haben sie einen Wert an sich. Materielle Güter wie zum Beispiel bestimmte Maschinen oder Rohstoffe verfügen über diesen Wert an sich. 

Und noch ein drittes Kennzeichen macht die Dienstleistung aus: Das sogenannte Uno-actu-Prinzip. Dieses Prinzip besagt, dass die Dienstleistung dann verbraucht wird, wenn sie der Dienstleister erbringt. Herstellung und Verbrauch der Dienstleistung laufen also parallel ab. Der Haarschnitt wird in dem Moment „verbraucht“ wenn der Kunde auf dem Friseurstuhl sitzt und ruhig dabei zusieht, wie der Friseur die Haare schneidet.

Neben Produktion und Industrie bilden Dienstleistungen einen weiteren, den tertiären, Wirtschaftssektor.

Wer erbringt Dienstleistungen?

Eine Dienstleitung können entweder natürliche Personen, wie Ärzte, Rechtsanwälte oder Friseure erbringen. Aber auch juristische Personen, wie Vereine oder Körperschaften können Dienstleistungen anbieten.

Die unterschiedlichen Arten der Dienstleitung

Dienstleistungen lassen sich unter anderem danach unterscheiden, welche Art der Qualifizierung der Dienstleister benötigt:

  1. Primäre Dienstleistungen: Für primäre Dienstleistungen reicht eine kurze Ausbildung. Ein Studium und/oder zusätzliche Weiterbildungen sind für diese Art der Dienstleistung in der Regel nicht nötig. Primäre Dienstleistungen findet man zum Beispiel im Verkauf. Auch die Tätigkeit von Reinigungskräften gilt als primäre Dienstleistung. 
  2. Sekundäre Dienstleistungen: Sekundäre Dienstleistungen dagegen erfordern eine längere Ausbildung und häufig zusätzliche Qualifikationen. Die Tätigkeiten von Steuerberatern oder Apothekern zählen zum Beispiel als sekundäre Dienstleistungen. 

4 unterschiedliche Formen der Dienstleistung

Daneben gibt es noch weitere Kriterien für Dienstleistungen, die dazu führen, dass die Dienstleistungen noch weiter unterteilt werden können. So unterscheidet man vier unterschiedliche Formen der Dienstleistung, nämlich:

  1. Personenbezogene Dienstleistung: Wie der Name schon andeutet, hängt diese Art der Dienstleistung ganz eng mit der betreffenden Person zusammen. Personenbezogene Dienstleistungen können also nur dann erbracht werden, wenn der Auftraggeber oder der Empfänger der Dienstleistung anwesend ist und sich beteiligt. Je nach dem, wie die Beteiligung des Kunden aussieht, unterscheidet man zwischen einer aktiven personenbezogenen und einer passiven personenbezogenen Dienstleistung. Eine aktive Dienstleistung in diesem Sinn ist zum Beispiel die Teilnahme an einem Fitnesskurs. Als passive personenbezogene Dienstleistung gilt ein Arztbesuch. 
  2. Sachbezogene Dienstleistung: Sachbezogene Dienstleistungen benötigen weder die aktive noch die passive Beteiligung des Kunden. Diese Form der Dienstleistung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich daraus für den Kunden ein unmittelbarer Nutzen ergibt. Wer zum Beispiel bei der Telefonauskunft anruft und sich eine Telefonnummer mitteilen lässt, nutzt eine sachbezogene Dienstleistung. 
  3. Produktbegleitende Dienstleistung: Diese Form der Dienstleistung bezeichnet man auch als industrienahe Dienstleistung. Warum das so ist, wird gleich klar: Diese Dienstleistungen werden in der Regel zusätzlich zu einem Produkt angeboten. Der Kunde, der das Produkt kauft, erhält durch die produktbegleitende Dienstleistung einen zusätzlichen Nutzen. Abhängig davon, wann diese Dienstleistung angeboten wird, unterscheidet man:
    1. Pre-Sales-Services: Bevor der Kunde des Produkt kauft, gibt es diese Dienstleistung. Zum Beispiel Beratungsgespräche oder Informationsvideos zu bestimmten Produkten kommen als Pre-Sales-Services in Frage.
    2. After-Sales-Services: Diese Dienstleistungen setzen an, wenn der Kunde das Produkt bereits erworben hat. Typischerweise sind das Wartungsarbeiten, Reparaturservices oder die kostenfreie Beschaffung eines Ersatzteils. 
  4. Originäre Dienstleistung: Originäre Dienstleistungen finden sich bei Unternehmen oder Freiberuflern, die ausschließlich Dienstleistungen anbieten. Anders als zum Beispiel bei den produktbegleitenden Dienstleistungen produziert oder vertreibt das Unternehmen, das originäre Dienstleistungen anbietet, keine Produkte oder Waren, die zum Verkauf stehen. Typische originäre Dienstleistungen sind zum Beispiel die beratenden Tätigkeiten von Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Coaches. 

Vertrag mit dem Dienstleister: Die verschiedenen Möglichkeiten

Kunden können aus zwei verschiedene Arten Verträge mit Dienstleistern schließen. Die Art des Vertrags hat jeweils ganz unterschiedliche Auswirkungen für den Dienstleister:

  1. Werkvertrag: Schließen Kunde und Dienstleister einen Werkvertrag, verpflichtet sich Letzterer ein bestimmtes „Werk“ abzuliefern. Ein Werk in diesem Sinne kann zum Beispiel sein, dass der Dienstleister eine Social-Media-Strategie ausarbeitet, die seinem Kunden 10.000 zusätzliche Follower bringt. Der Werkvertrag ist erst dann erfüllt, wenn der Kunde durch die Strategie tatsächlich 10.000 weitere Follower verzeichnen kann. Mit einem Werkvertrag verpflichtet sich der Dienstleister also auch immer dazu, dass seine Leistung Erfolg haben wird.
  2. Dienstleistungsvertrag: Bei einem Dienstleistungsvertrag ist das anders. Hierbei einigen sich Auftraggeber und Auftragnehmer lediglich darauf, dass eine bestimmte Leistung erbracht wird. Der Kunde, um bei unserem Beispiel zu bleiben, soll eine neue Social-Media-Strategie bekommen. Ob die Strategie erfolgreich ist, der Kunde also 10.000 weitere Follower gewinnt, spielt bei einem Dienstleistungsvertrag keine Rolle.