One-Stop-Shop: Wann kommt die zentrale Registrierungsstelle?

Im Rahmen der EU-Mehrwertsteuerreform soll der sogenannte One-Stop-Shop (kurz: OSS) eingeführt werden. Was diese zentrale Stelle leisten soll und welche Unternehmer vermutlich nicht davon profitieren werden, erläutern wir gerne.

Was ist der One-Stop-Shop?

Der Begriff One-Stop-Shop, abgekürzt OSS, steht ganz allgemein für eine zentrale Stelle, bei der alle bürokratischen und steuerlichen Schritte zusammenlaufen. Der OSS von dem hier die Rede ist, bezieht sich auf die EU-Mehrwertsteuerreform und damit auf das sogenannte E-Commerce-Paket, mit dem die Erhebung der Umsatzsteuer innerhalb der EU vereinfacht werden soll.

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Die Ziele des des E-Commerce-Paktes

Der gesamte E-Commerce-Pakt zielt in erster Linie darauf ab, den Austausch der Steuerbehörden der verschiedenen EU-Mitgliedsländer zu vereinfachen, um damit im Idealfall Steuerbetrug zu vermeiden. Doch auch für Händler hat der OSS klare Pluspunkte:

Dank einer einheitlichen Lieferschwelle müssen im Rahmen des OSS Warenlieferungen ab einem Nettowert von 10.000 Euro im Business-to Customer-Geschäft (B2C) im Bestimmungsland versteuert werden. Das hat einen ganz klaren Vorteil für Unternehmer, denn bisher mussten unterschiedliche Lieferschwellen und unterschiedliche Termine für die Umsatzsteuer beachtet werden.

Mit dem One-Stop-Shop soll dies nun der Vergangenheit angehören. Unternehmen, die an Verbraucher im EU-Binnenmarkt liefern und deren Warenexport oder Dienstleistungsexport über dem Schwellenwert von 10.000 Euro liegt, versteuern die Lieferung nun an einer zentralen Stelle.

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Mini-One-Stop-Shop als Vorläufer des OSS

Ein ähnliches Verfahren gibt es bereit für elektronische Dienstleistungen, den Mini-One-Stop-Shop (MOSS).

Über MOSS konnten bisher jedoch nur folgende Leistungen gemeldet werden:

  • elektronisch übermittelte Dienstleistungen
  • Rundfunk-, Fernseh- und Telekommunikationsleistungen

Der OSS soll daher das bereits bestehende MOSS-Verfahren, das nur für digitale Dienstleitungen gilt, um Waren und andere Dienstleistungen erweitern.

One-Stop-Shop: 3 verschiedene Regelungen

Geplant ist, dass es im Rahmen des OSS gleich drei verschiedene Regelungen geben soll, nämlich:

  1. Nicht-EU-Regelung: Zu finden ist diese Vorschrift in Paragraf § 18i UStG-E. Die Regelung besagt, dass es –sobald der OSS arbeitsfähig ist – für Unternehmer aus einem Drittland möglich sein wird, alle Leistungen, die sie an einen Nicht-Unternehmer erbracht haben, über den One-Stop-Shop zu melden.
  2. Einfuhrregelung: Unternehmer können künftig Lieferungen im Wert von bis zu 150 Euro über den sogenannten Import-One-Stop-Shop (IOSS) melden, das ist in Paragraf § 18 UStG-E geregelt. Wenn dabei alle Vorgaben eingehalten werden, sind diese Sendungen steuerfrei.
  3. EU-Regelung: In Paragraf i§ 18j UStG-E ist zu lesen, was unter dieser Vorschrift zu verstehen ist. Wichtig hierbei vor allem für Online-Händler: Sogenannte innergemeinschaftliche Verbringungen können nicht über OSS gemeldet werden. Das bedeutet, dass Unternehmer, die Fulfillment-Strukturen mit Warenumlagerung innerhalb der EU betreiben, wohl oder übel ihr Warenlager in den unterschiedlichen Mitgliedsländern registrieren müssen.

Nachteile des OSS

Gerade dieser letzte Punkt sorgt schon vor dem Start des OSS für Probleme, denn damit ist das System im Prinzip schon veraltet, bevor es überhaupt startet. Händler, die auf grenzüberschreitende Fulfillment-Strukturen setzen (beispielsweise mittels Amazon PAN EU-Lagerung), können die Vorteile des OSS nicht nutzen.

Noch dazu ist die Frage nach den Vorsteuerbeträgen im EU-Ausland bisher nicht abschließend geklärt. Aktuell sieht es danach aus, dass offene Guthaben nur im betreffenden Mitgliedsstaat eingefordert werden können. Dies würde wiederum mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand einhergehen.

Auf der anderen Seite haben Onlinehändler dadurch genügend Zeit sich auf die verschiedenen Anforderungen der Mehrwertsteuerreform vorzubereiten – und das muss nicht unbedingt schlecht sein.

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